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Venture Capital Berlin 2026

Von Sebastian Müller, Branchenexperte

Berlin ist der führende Standort für Venture Capital Berlin. Die Stadt ist der zentrale Wirtschaftsstandort für Startup-Finanzierung in Deutschland. Mehr als 760 Venture Capital-Firmen, Business Angel

Venture Capital Berlin: Die 10 größten Venture Capital-Investoren – Ranking und Marktanalyse 2026
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Wichtige Fakten

  • In Berlin sind über 760 Venture Capital-Investoren aktiv. Damit bleibt die Hauptstadt der führende deutsche Startup-Hub nach Anzahl der Kapitalgeber.
  • 2024 flossen etwa 2,2 Milliarden Euro Risikokapital in Berliner Startups, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Doch Berlin sicherte sich mit 256 Deals jede dritte Finanzierungsrunde Deutschlands.
  • Die kapitalstärksten Branchen sind Software & Analytics, Fintech/Insurtech, Health und Mobility. Neue Investitionen verlagern sich zunehmend auf KI, Deep Tech und Nachhaltigkeit.
  • Earlybird Venture Capital führt mit 2,5 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen das Feld der großen VC-Fonds an. IBB Ventures als öffentlicher Fonds fördert gezielt Berliner Technologie- und Kreativunternehmen.
  • Internationale Fonds wie Global Founders Capital, Cherry Ventures und Project A haben ihren Firmensitz in Berlin und prägen das Ökosystem durch hohe Dealzahlen und operative Unterstützung.
  • Der Markt verlangt heute mehr operative Disziplin: Kapital fließt bevorzugt in Startups mit klarer Profitabilitätsperspektive und skalierbaren Geschäftsmodellen.

Venture Capital-Investoren in Berlin: Marktüberblick

Berlin ist der führende Standort für Venture Capital Berlin. Die Stadt ist der zentrale Wirtschaftsstandort für Startup-Finanzierung in Deutschland. Mehr als 760 Venture Capital-Firmen, Business Angels, Inkubatoren und Acceleratoren sind hier ansässig oder investieren schwerpunktmäßig in Berliner Unternehmen. Damit verfügt Berlin über die höchste Dichte an Kapitalgebern bundesweit. Jährlich zieht die Stadt Hunderte Gründungsteams an, die hier Seed- und Series-A-Finanzierungen aufnehmen wollen.

Das Ökosystem umfasst mehrere Investorentypen: große VC-Fonds mit Milliardenvermögen, spezialisierte Micro-VCs, Corporate-Venture-Ableger von Konzernen, Family Offices sowie öffentliche Förderfonds. Diese Vielfalt schafft für jede Unternehmensphase, vom Pre-Seed bis zum Later Stage, passende Finanzierungspartner. Treiber des Wachstums sind die starke Hochschullandschaft, die internationale Talentszene und moderate Büroflächenkosten. Diese Faktoren machen Berlin auch für ausländische Fonds attraktiv.

Allerdings hat sich das Kräfteverhältnis 2024 verschoben: München überholte Berlin erstmals beim gesamten Investitionsvolumen, vor allem wegen großer Deep-Tech-Runden. Dennoch blieb Berlin mit 256 Deals die Nummer eins bei der Anzahl der Finanzierungsrunden. Im Gegensatz dazu zeigt das Berliner Ökosystem eine ausgeprägte Breite, von E-Commerce und Fintech bis zu Gesundheit und Mobilität. Gleichzeitig verlagern sich die Kapitalströme nun spürbar in Richtung Künstliche Intelligenz und Web3.

Vergleichstabelle der führenden Unternehmen

Unternehmen Investmentphasen Branchenfokus Standort Typ
Earlybird Venture Capital Pre-Seed bis Series A Technologie (branchenübergreifend) Berlin, München, London, Mailand Großer VC-Fonds
Global Founders Capital Seed bis Late Stage Internet, Technologie Berlin Großer VC-Fonds
Project A Ventures Pre-Seed, Seed Technologie (branchenübergreifend) Berlin Großer Early-Stage VC
Cherry Ventures Seed Technologie (branchenübergreifend) Berlin VC-Fonds
IBB Ventures Seed, Series A ICT, Life Science, Industrial Tech, Kreativwirtschaft Berlin Öffentlicher Fonds
Point Nine Capital Seed, Early Stage SaaS, digitale Marktplätze Berlin Micro VC
Atlantic Labs Pre-Seed, Seed Technologie (branchenübergreifend) Berlin VC-Fonds
b2venture Seed, Early Stage Digital- und Industrie-Technologie Berlin, St. Gallen VC-Fonds
Target Global Seed bis Late Stage Internetunternehmen Berlin VC-Fonds
APX Pre-Seed, Seed Branchenübergreifend Berlin Accelerator / VC

Ein prägendes Muster dieser Tabelle: Die große Mehrheit der Fonds ist frühphasig aktiv. Fünf der zehn Häuser decken das Seed-Segment ab. Spezialisierte Gesellschaften wie Point Nine Capital setzen einen klaren Branchenfokus auf SaaS. Global Founders Capital und Target Global agieren dagegen als stage-agnostische Allrounder mit breitem Internet-Portfolio.

Top-Empfehlungen nach Kategorie

  • Größtes Fondsvolumen: Earlybird Venture Capital verwaltet 2,5 Milliarden Euro und ist damit der kapitalstärkste VC mit Berliner Hauptsitz. Der Fonds investiert von Pre-Seed bis Series A und zählt N26, UiPath und Marvel Fusion zu seinen Portfoliounternehmen.
  • Stärkster Seed-Investor: Cherry Ventures hat als reiner Seed-Fonds mit Investments in FlixBus, Auto1 Group und Infarm eine exzellente Exit-Bilanz aufgebaut. Die Partner sind selbst erfahrene Gründer und bringen operative Skalierungskompetenz ein.
  • Spezialist für SaaS: Point Nine Capital konzentriert sich ausschließlich auf Software-as-a-Service und digitale Marktplätze. Der Micro VC war Frühinvestor bei Zendesk und Delivery Hero und verfügt über ein dichtes internationales Netzwerk.
  • Öffentlicher Marktführer: IBB Ventures stellt als landeseigener Fonds Berliner Tech- und Kreativunternehmen Venture Capital zur Verfügung. Mit 130 Millionen Euro in aktuell investierenden Fonds ist sie in der Frühphasenfinanzierung der führende Akteur für den Standort Berlin.
  • Impact & Nachhaltigkeit: Planet A Ventures steuert ein science-based impact-VC-Modell bei und investiert ausschließlich in Startups, die ökologische oder soziale Ziele messbar verfolgen. Der Fonds ist im Berliner Nachhaltigkeitssegment eine feste Größe.
  • Bester Accelerator: APX bietet schnelle Seed-Investments bis 500.000 Euro, beginnend mit 50.000 Euro Erstticket. Das Programm kombiniert Kapital mit intensiver Betreuung und Zugang zum Netzwerk von Axel Springer und Porsche.
  • Hidden Champion: b2venture (vormals btov Partners) agiert seit dem Jahr 2000 als Early-Stage-Investor in digitaler und industrieller Technologie. Mit Beteiligungen an SumUp, Babbel und DeepL hält der Fonds ein leistungsstarkes Portfolio im deutschsprachigen Raum, tritt aber öffentlich weniger in Erscheinung als viele Mitbewerber.

Die Top-10 Unternehmen im Detail

Earlybird Venture Capital

Der kapitalstärkste Venture Capital-Fonds mit Berliner Hauptsitz prägt das europäische Technologie-Ökosystem maßgeblich. Mit 2,5 Milliarden Euro Assets under Management und Standorten in München, London und Mailand deckt Earlybird ein breites Branchenspektrum ab, von Fintech und Enterprise Software bis zu Kernfusion. Für ambitionierte Gründer in der Frühphase ist der Fonds ein erstklassiger Partner. Initiale Tickets erreichen bis zu 12 Millionen Euro. Das Team hat bereits 9 IPOs und 35 Trade Sales realisiert. Die Beteiligung an UiPath, die 2021 an die Börse ging, gilt als einer der erfolgreichsten europäischen VC-Exits der letzten Jahre. Earlybird versteht sich als „Partner vor dem Durchbruch“ und stellt neben Kapital auch strategische Beratung und ein dichtes Netzwerk bereit.

Global Founders Capital

Dieser stage-agnostische VC agiert als verlängerter Arm des Rocket-Internet-Universums und investiert global in Internet- und Technologieunternehmen, vom Seed bis in die späte Wachstumsphase. Als Kapitalgeber von Lieferando, SumUp und Revolut dokumentiert der Fonds ein tiefes Verständnis für schnelle Skalierung in wettbewerbsintensiven Märkten. Anders als viele Berliner Fonds, die sich auf Europa beschränken, sucht Global Founders Capital weltweit nach den vielversprechendsten Geschäftsmodellen und kann Portfoliounternehmen länderübergreifende Expansionspfade eröffnen. Für Gründer, die von Anfang an eine globale Perspektive verfolgen, ist diese Gesellschaft eine der ersten Adressen in Berlin.

IBB Ventures

IBB Ventures fungiert als öffentlicher Fonds der Investitionsbank Berlin und ist seit 1997 ein zentrales Instrument der Wirtschaftsförderung. Der Fokus liegt auf Berliner Technologieunternehmen in den Sektoren ICT, Life Science, Industrietechnologien und Kreativwirtschaft. Mit insgesamt 130 Millionen Euro aktuellem Fondsvolumen in drei Fonds und der gezielten Co-Investitionsstrategie schließt IBB Ventures Finanzierungslücken, die private Investoren häufig scheuen. Beteiligungen an Babbel, Blinkist und Thermondo zeigen, dass öffentliches Venture Capital renditestarke Exits ermöglichen kann. Anfang 2025 startete der Fonds einen neuen Pre-Seed-Fonds speziell für DeepTech-Gründer, um Berlins Position in diesem Zukunftsfeld zu stärken.

Point Nine Capital

Der auf SaaS und digitale Marktplätze fokussierte Micro VC zählt zu den weltweit renommiertesten Spezialisten in seiner Nische. Mit frühen Investments in Zendesk und Delivery Hero hat Point Nine bewiesen, dass ein enger Branchenfokus große Erfolge hervorbringen kann. Das Team agiert von Berlin aus mit einem globalen Blickwinkel und hat ein weitgespanntes Netzwerk zu führenden Software-Gründern aufgebaut. Für B2B-Softwareunternehmen, die auf wiederkehrende Erlösmodelle setzen, bietet Point Nine nicht nur Kapital. Der Fonds liefert auch fachliches Wissen bei der Kundenakquise und dem Auslandsgeschäft.

Cherry Ventures

Cherry Ventures, ein reiner Seed-Fonds aus Berlin, hat seit 2013 mehrere Unicorns und Marktführer hervorgebracht. FlixBus revolutionierte den Fernbusmarkt, Auto1 Group ging an die Börse, und Infarm entwickelte ein vertikales Landwirtschaftssystem. Die Partner sind selbst Gründer und bringen operative Erfahrung in Produktentwicklung und Markteintritt ein. Diese unternehmerische DNA unterscheidet Cherry Ventures von vielen institutionellen Kapitalgebern. Der Fonds ist damit besonders für junge Teams interessant, die in der ersten Skalierungsphase Hands-on-Unterstützung benötigen. Der Gesellschaft gelang es konsequent, in aufstrebende Sektoren früh zu investieren.

Project A Ventures

Operative Stärke zeichnet diesen Early-Stage-Investor aus: Project A stellt Portfoliounternehmen ein internes Team von über 100 Spezialisten für Softwareentwicklung, Marketing, Vertrieb und Datenanalyse zur Seite. Mit dieser Ressourcenbasis geht der Fonds weit über klassisches Venture Capital hinaus. Beteiligungen wie Trade Republic, das inzwischen als Decacorn mit über 12 Milliarden Euro bewertet wird, und Quantum Systems zeigen die Wirksamkeit dieses Ansatzes. Für Gründer, die in der Pre-Seed- und Seed-Phase nicht nur Finanzierung, sondern sofortiges operatives Rüstzeug benötigen, gibt es in Berlin kaum einen vergleichbaren Partner.

Atlantic Labs

Atlantic Labs, 2008 gegründet, zählt zu den Pionieren der Berliner Early-Stage-Investmentszene. Der Fonds investierte früh in SoundCloud und hält Anteile an Omio und GetYourGuide. Beide Unternehmen haben den digitalen Reisemarkt mitgeprägt. Atlantic Labs investiert bevorzugt in Pre-Seed- und Seed-Runden und verfolgt einen gründerzentrierten Ansatz ohne starre Branchenvorgaben. Dieser langjährige Track-Record und die tiefe Verankerung im Berliner Ökosystem machen die Gesellschaft zu einem stabilen Anker für junge Startups, die Wert auf Kontinuität und Vertrauen legen.

b2venture

b2venture, der ehemalige btov Partners, verfügt über eine der längsten Erfolgsspuren im deutschsprachigen Raum. Er sucht nicht die laute Öffentlichkeit, die manche Mitbewerber suchen. Mit Investments in SumUp, Babbel und DeepL ist b2venture ein typischer Hidden Champion: leistungsstark im Hintergrund, stark vernetzt in der DACH-Region und mit einem klaren Fokus auf Digital- und Industrie-Technologie. Neben Berlin unterhält der Fonds einen Standort in St. Gallen, was die Nähe zu Schweizer Innovationstreibern und institutionellen Investoren sichert. Unternehmen in der Frühphase profitieren von diesem grenzüberschreitenden Netzwerk und der langjährigen operativen Expertise.

Target Global

Target Global investiert in Internetunternehmen über alle Phasen hinweg und unterhält Büros in Berlin und London. Sein Portfolio umfasst bekannte Marken wie Auto1 Group, Delivery Hero und Wefox. Diese Firmen haben großvolumige Finanzierungsrunden und teils erfolgreiche Börsengänge absolviert. Target Global agiert als international aufgestellter Growth-Investor und hat ein besonderes Gespür für Konsumentenzentrierte Plattformen und digitale Marktplätze. Für Gründer mit globalem Expansionsanspruch und dem Ziel eines schnellen Markthochlaufs ist diese Gesellschaft ein strategisch wichtiger Partner.

APX

Als Accelerator mit direktem VC-Mandat stellt APX Gründungsteams schnell und unkompliziert Kapital zur Verfügung: Das Einstiegsinvestment beträgt 50.000 Euro, mit der Option auf Aufstockung bis 500.000 Euro. APX ist ein Joint Venture von Axel Springer und Porsche und nutzt deren unternehmerische Kraft für branchenübergreifende Seed-Investitionen. Der Accelerator setzt auf ein intensives Betreuungsprogramm, das Startups innerhalb weniger Monate zur Series-A-Reife führen soll. Im Berliner Ökosystem füllt APX eine wichtige Lücke zwischen ersten Business-Angel-Runden und institutionellen VC-Finanzierungen.

Branchentrends und Marktentwicklung

Verschiebung der Kapitalflüsse zu KI und Deep Tech

Die Berliner VC-Szene erlebt eine deutliche Neuausrichtung: Nach Jahren der Dominanz von E-Commerce und Fintech fließt nun zunehmend Kapital in Künstliche Intelligenz und Deep Tech. IBB Ventures startete 2025 einen eigens für DeepTech-Gründer aufgelegten Pre-Seed-Fonds, und der AI Campus Berlin bündelt seit 2024 Startups, Forscher und Corporates im Bereich verantwortungsvoller KI. München holt in der Deep-Tech-Finanzierung auf, was den Druck auf Berlin erhöht, die eigene Kompetenz in industrienaher Spitzentechnologie zu beweisen.

Nachhaltigkeit und Impact-Investing gewinnen an Gewicht

Fonds wie Planet A Ventures, Green Generation Fund und Vireo Ventures machen Umweltschutz und soziale Wirkung zum Kernkriterium ihrer Investmententscheidungen. Das bedeutet für Gründer, dass sie zusätzlich zu Finanzkennzahlen messbare ESG-Ziele in das Geschäftsmodell integrieren müssen. Auch öffentliche Geldgeber wie IBB Ventures haben eigene Impact-Fonds aufgelegt und fördern damit den Wandel zu einem nachhaltigeren Wirtschaftsstandort Berlin.

Operative Disziplin wird zum neuen Standard

Nach den Entlassungswellen und Restrukturierungen der Jahre 2022 und 2023 belohnen Investoren nun kapital-effizientes Wachstum und frühzeitige Wege zur Profitabilität. Berliner VC-Fonds wie Project A und Cherry Ventures unterstützen Portfoliounternehmen aktiv bei der Verschlankung von Teams und der Optimierung der Kostenstruktur. Dieser Wandel wirkt sich auf die Auswahl neuer Investments aus: Unternehmen mit solider Unit Economics erhalten schneller Zusagen als solche, die allein auf aggressives Nutzerwachstum setzen.

München als neuer Rivale bei Gesamtkapitalaufnahme

2024 überholte München Berlin erstmals im aggregierten Investitionsvolumen, getrieben von großen Deep-Tech- und Mobilitätsrunden. Konkret erreichte Berlin 2,2 Milliarden Euro, während München knapp darüber lag. Gleichzeitig dominiert Berlin weiterhin bei der Anzahl der Finanzierungsrunden (256 Deals gegenüber 164 in Bayern) und bleibt damit der aktivste Markt für Seed- und Series-A-Investitionen.

Globalisierung des Investoren-Netzwerks und Talentpools

Berlin zieht weiterhin Talente aus ganz Europa und Nordamerika an, die in den zahlreichen Coworking-Spaces in Mitte, Kreuzberg und Charlottenburg neue Unternehmen gründen. Firmen wie Earlybird und Global Founders Capital profitieren von diesem multikulturellen Umfeld und unterhalten selbst internationale Standorte. Die hohe Dichte ausländischer Gründer und Investoren erhöht die Deal Flow-Qualität und ermöglicht Co-Investments mit führenden US-Fonds.

Auswahlkriterien: So bewerten Sie Unternehmen

Die Entscheidung für einen Venture Capital-Partner in Berlin hängt weniger von schillernden Fondsnamen ab als von der Passung zur eigenen Phase und Branche. Ein Biotech-Startup im Pre-Seed wird mit einem anderen Kapitalgeber erfolgreicher sein als ein SaaS-Unternehmen auf Series-A-Niveau. Prüfen Sie deshalb zunächst, ob der Fonds in Ihrer spezifischen Investmentstufe (Pre-Seed, Seed oder Series A) aktiv ist. Ein Blick auf die Fondsgröße hilft. Earlybird kann mit Tickets bis 12 Millionen Euro auch kapitalintensive Vorhaben stemmen. Point Nine oder APX sind dagegen für kleinere Seed-Runden optimiert.

Ebenso wichtig ist die Branchenexpertise. Fintech-Gründer finden bei Cherry Ventures und Target Global Adressen mit tiefem Marktverständnis. Deep-Tech-Teams sollten zuerst IBB Ventures oder Earlybird ansprechen. Analysieren Sie die Exit-Historie: Ein Fonds, der bereits IPOs und Trade Sales in Ihrem Zielsegment realisiert hat, kann wertvolle Kontakte zu Käufern und Börsenplätzen vermitteln. Für B2B-Einkäufer, die nach innovativen Lösungen suchen, lohnt ein Blick auf die Portfoliounternehmen der Fonds. Dort verbergen sich oft junge Spezialanbieter mit hoher technologischer Reife.

Ein häufig übersehener Punkt ist die Qualität der operativen Unterstützung. Project A stellt ein ganzes Team von Spezialisten, während andere Fonds primär strategische Sparringspartner auf Partner-Ebene bieten. Prüfen Sie, welche Form der Begleitung Ihr Unternehmen wirklich voranbringt. Jobsuchende, die im VC-Bereich eine Stelle suchen, sollten standardmäßig die Handelsregisterdaten prüfen, um die Rechtsform und Geschäftsführung zu kennen. Die meisten Berliner Gesellschaften firmieren als GmbH. Auch die Transparenz der Fondsstruktur ist entscheidend: Fehlende Angaben zu Laufzeit, Co-Investoren oder Exit-Strategie gelten als Warnsignal.

Welches Unternehmen passt zu Ihnen?

Gründungsteams, die einen kapitalstarken Partner für technologiegetriebene Geschäftsmodelle von Pre-Seed bis Series A suchen, finden in Earlybird Venture Capital den umfassendsten Ansprechpartner. Der Fonds bringt nicht nur 2,5 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen mit, sondern auch Erfahrung mit Exits von N26 bis UiPath. Ein Bewerbungsgespräch hier lohnt sich vor allem dann, wenn die eigene Unternehmensentwicklung auf langfristige, enge Zusammenarbeit abzielt. Junge SaaS-Startups mit ersten Markterfolgen profitieren von Point Nine Capital, deren Spezialwissen in digitalen Marktplätzen und wiederkehrenden Erlösmodellen weltweit zu den Besten zählt.

Für Berliner Unternehmen mit explizitem Technologie- oder Kreativfokus ist IBB Ventures häufig der erste institutionelle Partner. Die öffentliche Trägerschaft erlaubt etwas längere Beteiligungshorizonte und eine Finanzierung, die auch volkswirtschaftliche Effekte mitdenkt. Wer als B2B-Einkäufer nach jungen Firmen für strategische Partnerschaften Ausschau hält, sollte die Portfolios von Project A und Cherry Ventures durchforsten. Beide Gesellschaften haben eine Reihe schnell wachsender Marktführer in Mobilität, Fintech und digitalen Services hervorgebracht, die oft offen für Kooperationen mit etablierten Großunternehmen sind.

Vertriebsprofis, die eine Karriere im Venture Capital-Umfeld anstreben, finden bei dynamischen Acceleratoren wie APX oder bei global ausgerichteten Häusern wie Target Global attraktive Einstiegsmöglichkeiten. APX kombiniert den Startup-Spirit eines jungen Teams mit dem Rückhalt zweier Konzerne. Marktforscher schließlich, die das Berliner Ökosystem analysieren wollen, sollten den Deal Flow über Plattformen wie Crunchbase und PitchBook nach Branchen filtern und dabei die Verschiebungen hin zu KI und Nachhaltigkeit als Leitmotive nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Venture Capital-Investoren in Berlin gibt es?

Über 760 Venture Capital-Fonds, Micro VCs, Business Angels, Inkubatoren und Acceleratoren sind in Berlin aktiv oder haben hier ihren Firmensitz. Damit verfügt die Stadt über die größte Dichte an Risikokapitalgebern in Deutschland und gehört zu den führenden Startup-Hubs Europas.

Welcher VC in Berlin hat das größte Fondsvolumen?

Earlybird Venture Capital führt mit einem verwalteten Vermögen von 2,5 Milliarden Euro die Rangliste der größten Berliner Venture Capital-Investoren an. Der Fonds unterhält Büros in Berlin, München, London und Mailand und investiert von der Pre-Seed- bis zur Series-A-Phase in ein breites Technologiespektrum.

Wo sind die meisten Venture Capital-Investoren in Berlin ansässig?

Die Büros konzentrieren sich auf die zentralen Bezirke Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain und Charlottenburg. Viele Gesellschaften arbeiten aus modernen Coworking-Flächen oder eigenen Tech-Hubs und profitieren von der Nähe zu Universitäten und anderen Startups.

Welche Branchen dominieren bei Berliner VC-Investments?

Software & Analytics, Fintech/Insurtech, Health und Mobility ziehen das meiste Kapital an. Deutlich an Bedeutung gewinnen derzeit Künstliche Intelligenz, Deep Tech und Nachhaltigkeit, was sich in neuen Fondsauflagen wie dem Pre-Seed-Fonds der IBB Ventures für DeepTech-Gründer widerspiegelt.

Wie kann man am besten Kontakt zu Berliner VCs aufnehmen?

Erfolgversprechend ist vor allem der Weg über warme Empfehlungen aus dem Netzwerk der Fonds. Teilnahmen an Demo Days, Pitch-Wettbewerben und Branchentreffen erhöhen die Sichtbarkeit. Direkte Ansprachen über LinkedIn oder Webformulare sind möglich, führen aber seltener zu einem ersten Investorengespräch. Eine gründliche Due Diligence der eigenen Geschäftszahlen und eine klare Skalierungsstrategie verbessern die Chancen erheblich.

Methodik

Für diesen redaktionellen Überblick zu Venture Capital in Berlin haben wir verfügbare öffentliche Quellen ausgewertet: Handelsregisterdaten, Unternehmenswebseiten, das EY Startup-Barometer für Deutschland, Datenbanken wie Crunchbase und PitchBook sowie Angaben der Investoren selbst. Wir berücksichtigten ausschließlich Gesellschaften mit Hauptsitz oder deutlichem Investitionsschwerpunkt in Berlin, die zum Zeitpunkt der Recherche aktiv in Startups investierten. Die Top-10-Investoren wählten wir nach Fondsvolumen, Deal-Anzahl, Marktpräsenz und Relevanz für das lokale Ökosystem aus. Alle genannten Zahlen, Fondsvolumina und Investmentphasen entsprechen dem öffentlich zugänglichen Stand von Januar 2026. Die verwendeten Daten können sich durch laufende Fondsschließungen und neue Runden ändern.