Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins bilden das Rückgrat der sozialen Wohnraumversorgung in der Hauptstadt. Sechs eigenständige Unternehmen bewirtschaften einen Bestand von zusammen rund

Inhalt dieser Seite
- Wichtige Fakten
- Landeseigene Wohnungsunternehmen in Berlin: Unternehmenslandschaft im Überblick
- Vergleichstabelle der führenden Unternehmen
- Top-Empfehlungen nach Kategorie
- Die Top-Unternehmen im Detail
- Branchentrends und Marktentwicklung
- Auswahlkriterien: So bewerten Sie landeseigene Wohnungsunternehmen
- Welches Unternehmen passt zu Ihnen?
- Häufig gestellte Fragen
- Methodik
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Listen ansehenWichtige Fakten
- In Berlin gibt es sechs landeseigene Wohnungsunternehmen: degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM.
- Insgesamt verwalten diese Gesellschaften über 370.000 Mietwohnungen und stellen damit mehr als 30 Prozent des Berliner Mietwohnungsbestands.
- Die HOWOGE mbH ist mit rund 81.600 Wohnungen das größte Unternehmen, dicht gefolgt von der degewo AG mit 79.400 Wohnungen.
- Alle sechs Unternehmen sind als Aktiengesellschaft oder GmbH organisiert und vollständig im Eigentum des Landes Berlin.
- Die Durchschnittsmiete aller Bestandsmietverträge darf gemäß Kooperationsvereinbarung jährlich um nicht mehr als 2,9 Prozent steigen.
- Rund 63 Prozent der jährlich zur Wiedervermietung kommenden Wohnungen werden an WBS-berechtigte Haushalte vergeben.
- Das Land Berlin verfolgt das Ziel, den landeseigenen Wohnungsbestand bis 2026 auf über 400.000 Einheiten zu erhöhen.
Landeseigene Wohnungsunternehmen in Berlin: Unternehmenslandschaft im Überblick
Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins bilden das Rückgrat der sozialen Wohnraumversorgung in der Hauptstadt. Sechs eigenständige Unternehmen bewirtschaften einen Bestand von zusammen rund 370.000 Mietwohnungen und unterliegen dabei dem Berliner Wohnraumversorgungsgesetz. Ihr gesetzlicher Auftrag verpflichtet sie, bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten bereitzustellen und insbesondere Haushalte zu versorgen, die sich am freien Markt nicht angemessen mit Wohnraum eindecken können.
Die Unternehmenslandschaft teilt sich in drei Aktiengesellschaften und drei Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Die degewo AG, GESOBAU AG und Gewobag AG firmieren als Aktiengesellschaften, während HOWOGE, STADT UND LAND und WBM als GmbHs geführt werden. Trotz unterschiedlicher Rechtsformen arbeiten alle sechs Gesellschaften unter dem Dach der seit 2024 geltenden Kooperationsvereinbarung mit dem Senat, die Mietpreisgrenzen, Belegungsbindungen und ein Leistbarkeitsversprechen festschreibt.
Geografisch verteilen sich die Bestände über das gesamte Stadtgebiet, wobei jedes Unternehmen regionale Schwerpunkte setzt. Die HOWOGE dominiert den Osten mit Fokus auf Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf, während die WBM zentrale Quartiere in Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg bewirtschaftet. Die GESOBAU konzentriert sich auf den Norden wie Reinickendorf und Pankow. STADT UND LAND ist im Süden und Osten stark vertreten und verwaltet zudem Wohnungen im Brandenburger Umland. Die Gewobag und degewo agieren berlinweit und decken nahezu alle Bezirke ab. Diese regionale Aufstellung sichert eine flächendeckende Präsenz des landeseigenen Wohnungsbestands.
Vergleichstabelle der führenden Unternehmen
Die folgende Übersicht zeigt die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen im direkten Vergleich. Da detaillierte Umsatzerlöse nicht öffentlich verfügbar sind, dient der Wohnungsbestand als zentrale Größeneinheit. Ergänzend sind die Mitarbeiterzahl, die Rechtsform und der Firmensitz aufgeführt.
| Unternehmen | Wohnungsbestand | Mitarbeiterzahl | Rechtsform | Firmensitz |
|---|---|---|---|---|
| HOWOGE mbH | 81.600 | 250 | GmbH | Berlin |
| degewo AG | 79.400 | 1.400 | AG | Berlin |
| Gewobag AG | 74.600 | ca. 400 | AG | Berlin |
| STADT UND LAND mbH | 52.000 | 545 | GmbH | Berlin |
| GESOBAU AG | 48.400 | 555 | AG | Berlin |
| WBM mbH | 33.900 | 479 | GmbH | Berlin |
Die HOWOGE führt das Ranking nach reinem Wohnungsbestand knapp vor der degewo an. Auffällig ist der Unterschied in der Personalstärke: Während die degewo mit 1.400 Mitarbeitern die höchste Beschäftigtenzahl aufweist, verwaltet die HOWOGE einen größeren Bestand mit nur 250 Mitarbeitern. Dies deutet auf unterschiedliche Organisationsmodelle und Serviceintensität hin. Die WBM beschäftigt 479 Personen bei einem deutlich kleineren Portfolio, was mit ihrem Fokus auf aufwendige Quartiersentwicklungen und Denkmalschutzprojekte in zentralen Lagen zusammenhängt.
Top-Empfehlungen nach Kategorie
- Größter Wohnungsbestand: HOWOGE mbH — Mit 81.600 Wohnungen ist das Unternehmen der flächenmäßig größte Vermieter unter den Landeseigenen und konzentriert sich stark auf die östlichen Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf.
- Stärkstes Wachstum: Gewobag AG — Die Gesellschaft plant bis 2030 den Neubau von 10.000 zusätzlichen Wohnungen und verfolgt damit die ambitionierteste Expansionsstrategie aller sechs Unternehmen.
- Bester digitaler Mieterservice: GESOBAU AG — Eine umfassende Service-App, die telefonische Assistenz „Clara“ und innovative Angebote wie Pflege@Quartier heben den Mieterservice auf ein neues Niveau.
- Hidden Champion: WBM mbH — Trotz vergleichsweise kleinerem Bestand von 33.900 Wohnungen setzt die WBM Maßstäbe in komplexer Quartiersentwicklung und denkmalgerechter Sanierung in zentralen Bezirken.
- Sozialer Vorreiter: STADT UND LAND mbH — Das Unternehmen investiert über 950 Millionen Euro in Modernisierung und 997 Millionen in Neubau innerhalb von zehn Jahren und bietet ein aktiv genutztes Wohnungstauschportal an.
- Breiteste regionale Abdeckung: degewo AG — In nahezu allen Berliner Bezirken vertreten, mit Schwerpunkten in Marzahn, Köpenick und Neukölln, und mit rund 79.400 Wohnungen der zweitgrößte Bestand.
Die Top-Unternehmen im Detail
HOWOGE mbH – Der Bestandsriese im Osten
Die HOWOGE ist mit 81.600 Wohnungen der größte Vermieter unter den landeseigenen Wohnungsunternehmen und prägt vor allem die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Für Wohnungssuchende mit WBS ist dieses Unternehmen besonders relevant, da ein erheblicher Teil des Portfolios aus Plattenbauten mit vergleichsweise günstigen Bestandsmieten besteht. Anders als die mitarbeiterstarke degewo operiert die HOWOGE mit einer schlanken Personaldecke von rund 250 Beschäftigten. Das Unternehmen investiert gezielt in die Sanierung seiner Plattenbaubestände und entwickelt Neubauprojekte wie das StudentHouse in Treptow-Köpenick mit über 280 Apartments. Diese Mischung aus Bestandspflege und Neubau macht die HOWOGE zu einem zentralen Akteur für bezahlbaren Wohnraum im wachsenden Berliner Osten.
degewo AG – Der berlinweite Generalist
Rund 79.400 Wohnungen in fast allen Bezirken machen die degewo zum breitest aufgestellten landeseigenen Wohnungsunternehmen. Mit 1.400 Mitarbeitern beschäftigt sie zudem das größte Team der sechs Gesellschaften und unterhält ein dichtes Servicenetz. Die degewo verwaltet nicht nur Mietwohnungen, sondern bietet auch umfangreiche Gewerbeimmobilien an und betreibt mit „Meine degewo“ ein eigenes digitales Serviceportal. Ihr Nachhaltigkeitsbericht 2024 dokumentiert die Fortschritte bei der CO2-Reduktion im Gebäudebestand. Für Jobsuchende in der Immobilienbranche ist die degewo als größter Arbeitgeber unter den Landeseigenen ein attraktiver Einstieg. Ihr baulicher Schwerpunkt liegt auf Großprojekten wie der Gropiusstadt sowie Neubauvorhaben in Marzahn und Köpenick.
Gewobag AG – Der ambitionierte Wachstumstreiber
Die Gewobag verwaltet rund 74.600 Wohnungen und verfolgt die offensivste Wachstumsstrategie: Bis 2030 sollen durch Neubau 10.000 zusätzliche Einheiten entstehen. Das Unternehmen ist in fast allen Bezirken präsent, mit Schwerpunkten in Spandau, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf. Über 130.000 Mieter leben im Gewobag-Bestand, was der Größe einer Mittelstadt entspricht. Digitale Angebote wie die Service-App und das Onlinemagazin „sowohntberlin“ unterstreichen den Anspruch, Mieterservice neu zu denken. Für Gewerbetreibende ist die Gewobag ein relevanter Ansprechpartner, denn sie vermietet auch Ladenflächen, Praxen und Büros in ihren Quartieren. Das Leistbarkeitsversprechen der Kooperationsvereinbarung setzt das Unternehmen aktiv um und begrenzt die Mietbelastung auf maximal 27 Prozent des Nettoeinkommens.
STADT UND LAND mbH – Der soziale Quartiersentwickler
Die STADT UND LAND bewirtschaftet 52.000 eigene Wohnungen sowie über 10.000 weitere im Auftrag Dritter, darunter Bestände im Brandenburger Umland. Das Unternehmen verfolgt einen langfristigen Investitionsplan, der 997 Millionen Euro für Neubau und 956 Millionen Euro für Modernisierung über zehn Jahre vorsieht. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das aktiv betriebene Wohnungstauschportal, das Mietern den Wechsel in kleinere oder größere Wohnungen innerhalb des Bestands erleichtert. Mit 545 Beschäftigten, zahlreichen sozialen Projekten und Quartierskoordinatoren vor Ort setzt die Gesellschaft auf intensive Mieterbetreuung. Der Ankauf eines schlüsselfertigen Bauträgerprojekts in Neukölln im Jahr 2025 zeigt, dass das Unternehmen auch durch Zukäufe wächst und dabei gezielt in gefragten Bezirken expandiert.
GESOBAU AG – Der Innovationsführer im Mieterservice
48.400 Wohnungen, überwiegend im Berliner Norden in Reinickendorf und Pankow gelegen, machen die GESOBAU zu einem regional fokussierten, aber technologisch führenden Unternehmen. Mit 555 Mitarbeitern, einer telefonischen Sprachassistentin namens Clara und einer leistungsfähigen Mieter-App setzt die Gesellschaft Maßstäbe in der digitalen Kundenbetreuung. Das Projekt Pflege@Quartier bietet altersgerechtes Wohnen mit virtueller Musterwohnung und konkreten Hilfsmitteln für Senioren. Im Jahr 2024 investierte die GESOBAU allein 100 Millionen Euro in den Wohnungsneubau. Ihr 125-jähriges Jubiläum im Jahr 2025 unterstreicht die tiefe historische Verwurzelung im Berliner Wohnungsmarkt, die von den Anfängen als Eisenbahnbau-Gesellschaft bis zum modernen Wohnungsunternehmen reicht.
WBM mbH – Der Spezialist für zentrale Quartiere
Die WBM ist mit 33.900 Wohnungen der kleinste landeseigene Vermieter, jedoch mit einem hochwertigen Portfolio in zentralen Lagen: Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau bilden die Schwerpunkte. Das Unternehmen beschäftigt 479 Mitarbeiter und legt besonderen Wert auf komplexe Quartiersentwicklungen sowie denkmalgeschützte Objekte, etwa das Wohn- und Atelierhaus Wallstraße. Die Grundsteinlegungen in Moabit und Spandau sowie die Machbarkeitsstudie für ein Entwicklungsareal in Friedrichshain zeigen, dass die WBM trotz kleinerem Bestand eine aktive Neubaustrategie verfolgt. Für Mieter, die bewusst in innenstadtnahen, historisch geprägten Quartieren leben wollen, ist die WBM die erste Adresse unter den Landeseigenen.
Branchentrends und Marktentwicklung
Bezahlbarer Wohnraum bleibt das zentrale Thema
Die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen stehen unter wachsendem Druck, bezahlbaren Wohnraum in einer stark wachsenden Stadt bereitzustellen. Das Ziel des Senats, den landeseigenen Bestand auf über 400.000 Wohnungen zu erhöhen, treibt eine beispiellose Neubauoffensive an. Konkret verpflichtet die Kooperationsvereinbarung die Gesellschaften dazu, bei Neubauprojekten mindestens 50 Prozent der Wohnfläche mit öffentlicher Förderung und Mietpreisbindungen zu errichten. Gleichzeitig müssen 63 Prozent der jährlich zur Wiedervermietung kommenden Wohnungen an WBS-berechtigte Haushalte vergeben werden. Diese Quote sichert den sozialen Auftrag, schränkt aber den Spielraum für freie Vermietungen ein.
Energieeffizienz und Klimaschutz als Investitionstreiber
Die energetische Modernisierung des Bestands ist der zweite große Investitionsschwerpunkt. STADT UND LAND plant allein 956 Millionen Euro für die Sanierung in den nächsten zehn Jahren ein. Die degewo dokumentiert ihre CO2-Reduktionsfortschritte im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht. Angesichts steigender Energiepreise und EU-Klimavorgaben beschleunigen alle Unternehmen die Sanierungsprogramme. Mieter profitieren von sinkenden Betriebskosten, müssen jedoch zeitweise mit baubedingten Einschränkungen rechnen und die Modernisierungsumlage von maximal zwei Euro pro Quadratmeter monatlich innerhalb von sechs Jahren tragen.
Digitalisierung verändert den Mieterservice grundlegend
Mieter-Apps, digitale Schadensmeldung, Onlinemagazine und Sprachassistenten verändern die Kommunikation zwischen Vermieter und Mietern. Die GESOBAU-App ermöglicht Vertragseinsicht und Reparaturmeldungen, während die Gewobag-Service-App Betriebskostenabrechnungen digital bereitstellt. Das zentrale Portal inberlinwohnen.de bündelt die Wohnungssuche über alle sechs Gesellschaften hinweg. Diese Digitalisierung senkt Verwaltungskosten und erhöht die Servicequalität, erfordert jedoch Investitionen in IT-Infrastruktur und stellt ältere Mieter vor Zugangshürden.
Regulatorische Rahmenbedingungen prägen die Strategie
Die Kooperationsvereinbarung von 2024 definiert den Handlungsrahmen aller landeseigenen Wohnungsunternehmen. Sie legt fest, dass die Durchschnittsmiete aller Bestandsmietverträge um nicht mehr als 2,9 Prozent jährlich steigen darf. Das Leistbarkeitsversprechen begrenzt die Mietbelastung auf 27 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens, sofern die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Mieterhöhungen nach BGB sind auf maximal 11 Prozent innerhalb von drei Jahren gedeckelt. Diese Vorgaben schaffen Planungssicherheit für Mieter, begrenzen aber die Ertragskraft der Unternehmen und zwingen zu effizientem Wirtschaften.
Auswahlkriterien: So bewerten Sie landeseigene Wohnungsunternehmen
Die Bewertung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft hängt stark vom eigenen Anliegen ab. Wohnungssuchende sollten zuerst die regionale Abdeckung prüfen: Wer eine Wohnung in Mitte oder Friedrichshain sucht, findet bei der WBM das passende Portfolio, während die GESOBAU für Pankow und Reinickendorf der richtige Ansprechpartner ist. Die HOWOGE bietet die größten Chancen in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Ein zweites Kriterium ist die WBS-Quote des jeweiligen Unternehmens, da geförderte Wohnungen nur mit Wohnberechtigungsschein zugänglich sind. Die Höhe der angebotenen Nettokaltmiete variiert zudem je nach Bezirk und Modernisierungszustand des Gebäudes.
Für Jobsuchende in der Immobilienwirtschaft ist die Mitarbeiterzahl ein Indikator für Einstiegschancen: Die degewo beschäftigt mit 1.400 Mitarbeitern das meiste Personal, gefolgt von GESOBAU und STADT UND LAND mit jeweils über 540 Beschäftigten. Ausbildungsplätze für Immobilienkaufleute und duale Studiengänge bieten alle sechs Unternehmen an. Die GESOBAU wurde für ihre Ausbildungsqualität mehrfach mit dem IHK-Siegel ausgezeichnet. B2B-Einkäufer und Gewerbetreibende sollten prüfen, welches Unternehmen in ihrem Zielbezirk Gewerbeflächen anbietet. Die degewo und die Gewobag verfügen über die umfangreichsten Gewerbeportale und vermieten Ladenflächen, Büros und Praxen. Das Lieferantenportal, das mehrere landeseigene Gesellschaften gemeinsam betreiben, ermöglicht zudem einen zentralen Zugang zu Ausschreibungen.
Marktforscher und Analysten finden öffentlich zugängliche Geschäftsberichte bei allen sechs Unternehmen. Besonders detaillierte Daten zu Investitionen und Nachhaltigkeit veröffentlichen die degewo in ihrem Nachhaltigkeitsbericht 2024 sowie STADT UND LAND in ihren Zehnjahresplänen. Der Bundesanzeiger enthält die testierten Jahresabschlüsse und bietet eine belastbare Grundlage für Finanzanalysen. Die Kooperationsvereinbarung zwischen Land Berlin und den Wohnungsunternehmen ist ebenfalls öffentlich einsehbar und bildet die regulatorische Basis für alle strategischen Entscheidungen.
Welches Unternehmen passt zu Ihnen?
Wohnungssuchende mit Wohnberechtigungsschein finden bei HOWOGE und STADT UND LAND besonders hohe Vermittlungschancen, da beide Unternehmen einen großen Anteil ihres Bestands an WBS-Inhaber vergeben. Die günstigsten Bestandsmieten bietet die HOWOGE in den östlichen Bezirken, während die WBM in zentralen Lagen wie Mitte und Friedrichshain vermietet, dort jedoch mit höheren Quadratmeterpreisen. Familien, die Wert auf ein grünes Umfeld und gute Infrastruktur legen, sind bei der GESOBAU in Reinickendorf und Pankow gut aufgehoben. Das Unternehmen investiert gezielt in familienfreundliche Quartiere mit altersgerechtem Wohnen.
Berufseinsteiger und Fachkräfte in der Immobilienwirtschaft haben bei der degewo aufgrund der mit 1.400 Mitarbeitern größten Personaldecke die breitesten Einstiegsmöglichkeiten. Die GESOBAU punktet mit ihrer IHK-prämierten Ausbildung und einer starken Arbeitgebermarke. Wer im Bereich Digitalisierung und IT arbeiten möchte, sollte die Gewobag und die GESOBAU in den Blick nehmen, die beide stark in digitale Serviceplattformen investieren. Gewerbetreibende mit Interesse an Ladenlokalen oder Büroflächen wenden sich am besten an die degewo oder die Gewobag, deren Gewerbeportale die größte Auswahl bieten. Marktforscher und Analysten greifen auf die detaillierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte der degewo und von STADT UND LAND zurück, die die transparentesten Datengrundlagen liefern.
Häufig gestellte Fragen
Welches ist das größte landeseigene Wohnungsunternehmen in Berlin?
Die HOWOGE mbH besitzt mit rund 81.600 Wohnungen den größten Bestand unter den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen. Dicht darauf folgt die degewo AG mit etwa 79.400 Wohnungen. Den dritten Rang belegt die Gewobag AG mit rund 74.600 Einheiten. Die HOWOGE konzentriert ihren Bestand vor allem auf die östlichen Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Gemessen an der Mitarbeiterzahl ist jedoch die dewego mit 1.400 Beschäftigten das größte Unternehmen, während die HOWOGE mit nur 250 Mitarbeitern operiert.
Wie bekomme ich eine Wohnung bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins?
Die zentrale Anlaufstelle ist das Portal inberlinwohnen.de, das die Wohnungsangebote aller sechs landeseigenen Gesellschaften bündelt. Dort können Suchprofile mit Angaben zu Bezirken, Zimmeranzahl und Budget hinterlegt werden. Alternativ ist die direkte Registrierung auf den Websites der einzelnen Unternehmen möglich. Für geförderte Wohnungen ist ein gültiger Wohnberechtigungsschein (WBS) erforderlich. Die Unternehmen vermitteln Wohnungen provisionsfrei, daher sollten Sie niemals Zahlungen an Dritte leisten. Betrügerische Angebote in sozialen Medien oder auf Kleinanzeigen sind keine offiziellen Vermietungen der Landeseigenen.
Was ist ein WBS und wer hat Anspruch darauf?
Ein Wohnberechtigungsschein ist eine behördliche Bescheinigung, die zum Bezug einer öffentlich geförderten Sozialwohnung berechtigt. Anspruch haben Haushalte, deren jährliches Nettoeinkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Ein Ehepaar mit zwei Kindern erhält beispielsweise einen WBS 220, wenn das gemeinsame Nettoeinkommen bei maximal 59.840 Euro jährlich liegt. Rund 63 Prozent der jährlich zur Wiedervermietung kommenden Wohnungen der Landeseigenen werden an WBS-Inhaber vergeben. Beantragt wird der WBS beim zuständigen Wohnungsamt des jeweiligen Bezirks.
Wie hoch sind die Mieten bei den Landeseigenen?
Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt je nach Unternehmen, Bezirk und Wohnungsgröße auf unterschiedlichem Niveau. Die Kooperationsvereinbarung begrenzt Mieterhöhungen im Bestand auf maximal 2,9 Prozent jährlich im Unternehmensdurchschnitt. In einzelnen Verträgen darf die Miete innerhalb von drei Jahren um höchstens 11 Prozent steigen. Zusätzlich gilt ein Leistbarkeitsversprechen, das die Belastung durch die Nettokaltmiete auf 27 Prozent des Haushaltseinkommens begrenzt, sofern die WBS-Einkommensgrenzen eingehalten werden. Betriebskosten sind in diesen Werten nicht enthalten und fallen zusätzlich an.
Bieten die landeseigenen Wohnungsunternehmen auch Gewerberäume an?
Ja, alle sechs Gesellschaften vermieten auch Gewerbeimmobilien, darunter Ladenlokale, Büros, Praxen und Werkstätten. Die umfangreichsten Gewerbeportale betreiben die degewo und die Gewobag. Die angebotenen Flächen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet und sind jeweils auf den Unternehmenswebsites einsehbar. Die Mietkonditionen orientieren sich an der Lage und der Ausstattung der Räumlichkeiten. Gewerbetreibende können sich direkt über die Websites der Unternehmen registrieren und über passende Angebote informieren lassen.
Wo finde ich offene Stellen bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen?
Die Karriereseiten der sechs Unternehmen listen aktuelle Stellenangebote und Ausbildungsplätze. Die degewo beschäftigt mit 1.400 Mitarbeitern das meiste Personal und bietet entsprechend viele Vakanzen. Auch die GESOBAU, STADT UND LAND und die WBM suchen regelmäßig Fachkräfte, insbesondere in den Bereichen Immobilienwirtschaft, technische Gebäudeverwaltung, Handwerk und IT. Ausbildungsplätze für Immobilienkaufleute sowie duale Studiengänge sind bei allen Gesellschaften verfügbar. Die GESOBAU wurde für ihre Ausbildung mehrfach mit einem IHK-Siegel ausgezeichnet.
Methodik
Dieser redaktionelle Vergleich der städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins basiert auf öffentlich zugänglichen Daten mit Stand Februar 2026. Herangezogen wurden die Geschäftsberichte 2023 und 2024 der sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen, die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Berlin und den Gesellschaften sowie das Berliner Wohnraumversorgungsgesetz. Ergänzend flossen Informationen des zentralen Portals inberlinwohnen.de, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und der Ombudsstelle für die Landeseigenen ein. Berücksichtigt wurden alle sechs landeseigenen Unternehmen, bewertet nach Wohnungsbestand, Mitarbeiterzahl, Neubauaktivität, Servicequalität und sozialem Engagement. Die Einstufungen in den Empfehlungskategorien basieren auf objektiven Kennzahlen aus den genannten Quellen und folgen redaktionellen Maßstäben.

