Die österreichische Bauwirtschaft erwirtschaftete 2023 mit rund 359.000 Beschäftigten einen Gesamtumsatz von 72,3 Milliarden Euro. Die größten Bauunternehmen in Österreich, vor allem die Top 10, domin

Inhalt dieser Seite
- Wichtige Fakten
- Größte Bauunternehmen in Österreich: Marktüberblick
- Vergleichstabelle der führenden Bauunternehmen
- Top-Empfehlungen nach Kategorie
- Die Top-Unternehmen im Detail
- Branchentrends und Marktentwicklung
- Auswahlkriterien: So bewerten Sie Bauunternehmen
- Welches Unternehmen passt zu Ihnen?
- Häufig gestellte Fragen
- Methodik
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Kostenloses Muster anfordernWichtige Fakten
- In Österreich waren im Jahr 2023 genau 42.177 Bauunternehmen registriert, die zusammen einen Umsatz von 72,3 Milliarden Euro erwirtschafteten.
- Die zehn größten Unternehmen erzielen einen konsolidierten Nettoumsatz von rund 40 Milliarden Euro und beschäftigen über 158.000 Menschen weltweit.
- Wien ist der dominierende Standort: Drei der fünf umsatzstärksten Konzerne (Strabag, Porr, Wienerberger) haben dort ihren Hauptsitz.
- Der Markt teilt sich in börsennotierte Großkonzerne (SE, AG) und familiengeführte Mittelstandsbetriebe (GmbH), wobei Oberösterreich eine starke Dichte an Familienunternehmen aufweist.
- 2024 war ein schwieriges Jahr: Die KIM-Verordnung, hohe Baukosten und rückläufige Wohnbauförderung führten bei etlichen Unternehmen zu Umsatz- und Gewinnrückgängen.
- Für 2025 und 2026 prognostizieren Branchenverbände eine langsame Erholung, getrieben durch Infrastruktur-Großprojekte und Investitionen in die Energiewende.
Größte Bauunternehmen in Österreich: Marktüberblick
Die österreichische Bauwirtschaft erwirtschaftete 2023 mit rund 359.000 Beschäftigten einen Gesamtumsatz von 72,3 Milliarden Euro. Die größten Bauunternehmen in Österreich, vor allem die Top 10, dominieren das Marktgeschehen. Sie setzen Maßstäbe bei Innovation, Nachhaltigkeit und internationaler Ausrichtung.
Der Wirtschaftsstandort Wien fungiert als Zentrale der größten börsennotierten Baukonzerne. Strabag, Porr und Wienerberger haben hier ihren Sitz und steuern von der Bundeshauptstadt aus globale Geschäfte. Oberösterreich hat sich als Hochburg des Bau-Mittelstands etabliert. Unternehmen wie Swietelsky, Habau und Wolf prägen die regionale Wirtschaft und expandieren gleichzeitig international. Die Steiermark und Kärnten sind traditionelle Zentren der Baustoffproduktion mit Firmen wie Granit und WIG Wietersdorfer.
Der Branchenmix ist heterogen. Neben klassischen Hoch- und Tiefbauspezialisten finden sich reine Baustoffproduzenten wie Wienerberger, die als Weltmarktführer für Ziegel eine Sonderstellung einnehmen. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen. Große Generalunternehmer wie Strabag und Porr decken die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung über die Bauausführung bis zum Facility Management ab. Die Krise im Wohnbau zwingt derzeit viele Firmen, sich stärker auf Infrastrukturprojekte, Industriebau und Energietechnik zu konzentrieren.
Vergleichstabelle der führenden Bauunternehmen
Die folgende Tabelle zeigt die zehn umsatzstärksten Bauunternehmen nach Nettoumsatz. Alle Daten entstammen den Geschäftsjahren 2023 und 2024 und basieren auf öffentlichen Unternehmensangaben und Branchenerhebungen.
| Unternehmen | Umsatz (Mio. €) | Mitarbeiter | Branche | Firmensitz | Rechtsform |
|---|---|---|---|---|---|
| Strabag SE | 19.238,8 | ca. 86.000 | Bauindustrie (Hochbau, Tiefbau, Infrastruktur) | Wien | SE |
| Porr AG | 6.746,9 | ca. 20.200 | Bauwesen (Hochbau, Tiefbau, Umwelttechnik) | Wien | AG |
| Wienerberger AG | 4.512,7 | ca. 19.000 | Baustoffproduktion (Ziegel, Rohrsysteme) | Wien | AG |
| Swietelsky AG | 3.517,8 | ca. 12.000 | Hoch- und Tiefbau | Linz | AG |
| Habau Group | 1.969,0 | ca. 6.500 | Hoch- und Tiefbau, Pipelinebau, Spezialtiefbau | Perg | GmbH |
| WIG Wietersdorfer Holding | 1.105,3 | ca. 2.800 | Baustoffe, Zement, Rohrsysteme | Klagenfurt | GmbH |
| Bodner Bau GmbH & Co KG | 960,0 | ca. 3.750 | Hochbau, Tiefbau, Asphaltbau | Kufstein | GmbH & Co KG |
| Granit Holding GmbH | 836,9 | ca. 2.100 | Hoch-, Tief- und Industriebau | Graz | GmbH |
| Wolf Holding GmbH | 749,2 | ca. 3.300 | Agrarbau, Fertighäuser, Industriebau | Scharnstein | GmbH |
| Leyrer + Graf Baugesellschaft | 630,0 | ca. 2.500 | Hoch- und Tiefbau, Energie, Holzbau | Gmünd | GmbH |
Die Tabelle verdeutlicht die enorme Spannweite innerhalb der Branche: Die Strabag SE erzielt als Marktführer fast das Dreifache des Umsatzes der zweitplatzierten Porr AG. Auffällig ist die Dominanz Wiens bei den Top 3, während die Plätze vier bis zehn über sechs verschiedene Bundesländer verteilt sind. Die Rechtsform GmbH überwiegt im Mittelstand, während die größten Konzerne als AG oder SE firmieren.
Top-Empfehlungen nach Kategorie
- Größter Umsatz: Strabag SE. Mit einem Nettoumsatz von 19,2 Milliarden Euro ist der Wiener Konzern nicht nur in Österreich unangefochten die Nummer eins, sondern zählt auch zu den Top 10 der europäischen Bauindustrie.
- Innovationsführer bei Baustoffen: Wienerberger AG. Der Weltmarktführer für Ziegel investiert massiv in Recycling-Technologien und nachhaltige Produktinnovationen, etwa bei kunststoffbasierten Rohrsystemen.
- Hidden Champion: WIG Wietersdorfer Holding. 49 Produktionsstätten in 22 Ländern, doch außerhalb der Fachwelt kaum bekannt. Das Kärntner Unternehmen ist ein Schwergewicht in der Zement- und Kalkproduktion.
- Stärkstes internationales Wachstum: Swietelsky AG. Von Linz aus steuert der Familienkonzern Projekte in 19 Ländern und wächst besonders in Osteuropa und Skandinavien.
- Mittelstand-Star mit Breite: Habau Group. Mit neun Tochterunternehmen deckt die familiengeführte Gruppe aus Perg das gesamte Bauspektrum ab, inklusive Pipelinebau und Public-Private-Partnership-Modelle.
- Nachhaltigkeitsvorreiter: Porr AG. Die Wiener eröffneten 2025 das erste Gips-zu-Gips-Recyclingwerk Österreichs und treiben mit ihrem Basiszertifikat für nachhaltige Baustellen die Branchenstandards voran.
- Spezialist für Fertighäuser: Wolf Holding GmbH. Das oberösterreichische Unternehmen ist Marktführer im Agrarbau und bei Fertighäusern, mit starkem Export nach Deutschland und Osteuropa.
- Regionaler Tiefbau-Champion: Leyrer + Graf Baugesellschaft. 18 Standorte in Österreich, starke Kompetenz im Energie- und Telekommunikationstiefbau sowie im Holzbau.
Die Top-Unternehmen im Detail
Strabag SE
Die Strabag SE führt die österreichische Bauindustrie mit 19,2 Milliarden Euro Nettoumsatz und rund 86.000 Beschäftigten an. Sie deckt sämtliche Bausparten ab: Hochbau, Tiefbau, Infrastruktur, Verkehrswegebau und Umwelttechnik. Für B2B-Einkäufer bietet Strabag mit dem Partneringmodell „teamconcept“ einen strukturierten Ansatz für Großprojekte. Jobsuchende finden internationale Karrierepfade und spezialisierte Weiterbildungsangebote. Die Konzernstrategie zielt auf Klimaneutralität bis 2040 ab, ein Vorhaben, das Großprojekte wie den Bau einer Elektrolyseanlage für Siemens Energy untermauern.
Porr AG
Die Porr AG erwirtschaftet 6,7 Milliarden Euro Umsatz und ist damit der zweitgrößte Baukonzern Österreichs. Das 1869 gegründete Unternehmen fokussiert sich zunehmend auf Umwelttechnik und nachhaltiges Bauen. 2025 eröffnete Porr das erste Gips-zu-Gips-Recyclingwerk Österreichs in Bad Aussee und erhielt die Auszeichnung „Innovativste Aktie Österreichs“. Zu den internationalen Referenzprojekten zählen die Bavaria Towers in München, die Save-Brücke in Belgrad und der Albulatunnel in der Schweiz. Die rund 20.200 Mitarbeiter profitieren von flachen Hierarchien und der starken Position in sieben Heimmärkten Europas.
Wienerberger AG
Die Wienerberger AG ist kein klassisches Bauunternehmen, sondern der weltgrößte Ziegelhersteller und ein führender Anbieter von Rohrsystemen und Flächenbefestigungen. Mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro und rund 19.000 Beschäftigten nimmt der Wiener Traditionskonzern eine Sonderstellung in der Branche ein. Seine Relevanz für B2B-Einkäufer ergibt sich aus der Marktführerschaft in zahlreichen europäischen und nordamerikanischen Ländern. Produktinnovationen im Bereich Recycling und energieeffizienter Gebäudehüllen zeigen die strategische Ausrichtung auf Nachhaltigkeit. Marktforscher finden in den regelmäßigen Quartalsberichten detaillierte Absatzdaten nach Regionen und Produktsegmenten.
Swietelsky AG
Die Swietelsky AG aus Linz verkörpert den international erfolgreichen Mittelstandskonzern in Familienhand. Mit 3,5 Milliarden Euro Umsatz und 12.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen in 19 Ländern aktiv. Seine Stärke liegt im kombinierten Hoch- und Tiefbau, besonders im Bahninfrastrukturbereich. Die Umwandlung von einer GmbH in eine AG 2019 brachte mehr Transparenz, ohne die Kontrolle der Gründerfamilien aufzugeben. Vertriebsprofis finden hier einen verlässlichen Partner für mittelgroße bis große Projekte in Osteuropa. Die dezentrale Struktur mit über 100 Tochterunternehmen erlaubt flexible, marktnahe Entscheidungen.
Habau Group
Die Habau Group mit Sitz im oberösterreichischen Perg erzielte 1,97 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt rund 6.500 Mitarbeiter. Das familiengeführte Unternehmen deckt mit neun Tochterfirmen eine außergewöhnliche Breite ab: Hochbau, Tiefbau, Pipelinebau, Stahlbau, Holzbau und Fertigteilbau. Für Jobsuchende ist Habau wegen der starken regionalen Verwurzelung und der familiären Unternehmenskultur attraktiv. B2B-Einkäufer schätzen die Erfahrung in Public-Private-Partnership-Projekten und im Spezialtiefbau. Die Gruppe beweist, dass ein Mittelständler auch ohne Börsennotierung auf Augenhöhe mit den Großkonzernen agieren kann.
WIG Wietersdorfer Holding
Die WIG Wietersdorfer Holding aus Klagenfurt ist der bedeutendste Baustoffproduzent unter den Top 10. Mit 1,11 Milliarden Euro Umsatz und 49 Produktionsstätten in 22 Ländern zählt der Konzern zu den größten Zement- und Kalkherstellern Europas. Das 1893 gegründete Unternehmen blieb im Familienbesitz und expandierte kontinuierlich ins Ausland. Einkäufer von Rohrsystemen und Zement finden in Wietersdorfer einen zentralen Lieferanten mit kurzen Transportwegen in Süd- und Osteuropa. Die breite geografische Streuung reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Märkten und sichert die Ertragskraft auch in konjunkturell schwierigen Phasen.
Bodner Bau GmbH & Co KG
Die Bodner Bau GmbH & Co KG aus Kufstein in Tirol erwirtschaftet 960 Millionen Euro Umsatz mit rund 3.750 Beschäftigten. Das 1913 gegründete Familienunternehmen hat seine Wurzeln in Osttirol und ist bis heute inhabergeführt. Die Stärke liegt im Hochbau und Asphaltbau, ergänzt durch Trockenbau-Leistungen. Regionale B2B-Auftraggeber in Westösterreich schätzen die dichte Präsenz in Tirol und angrenzenden Regionen. Jobsuchende finden hier Stabilität und eine langfristige Personalstrategie eines klassischen Familienbetriebs.
Granit Holding GmbH
Die Granit Holding GmbH aus Graz ist mit 836,9 Millionen Euro Umsatz und rund 2.100 Mitarbeitern das führende Bauunternehmen der Steiermark. Das 1903 in der heutigen Slowakei gegründete Unternehmen fokussiert auf Hoch-, Tief- und Industriebau und ist österreichweit tätig. Die zusätzlichen Geschäftsfelder Hausverwaltung und Metallbau verschaffen Granit eine breitere Kundenbasis und stabilisieren die Erträge. Als Arbeitgeber punktet das Unternehmen mit regionaler Verbundenheit und flachen Hierarchien. B2B-Kunden profitieren von der Erfahrung in komplexen Industriebauprojekten.
Wolf Holding GmbH
Die Wolf Holding aus Scharnstein in Oberösterreich erzielte 749,2 Millionen Euro Umsatz mit rund 3.300 Beschäftigten. Der 1966 gegründete Konzern ist in 19 Ländern aktiv und hat sich auf Agrarbau, Fertighäuser und Industriebau spezialisiert. Einkäufer im Agrar- und Gewerbebau finden in Wolf den führenden Anbieter in Österreich und einen starken Partner in Osteuropa. Die schnelle Internationalisierung bei gleichzeitigem Festhalten am Standort Oberösterreich zeigt die strategische Balance zwischen lokaler Verwurzelung und globalem Wachstum.
Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H.
Die Leyrer + Graf Baugesellschaft aus Gmünd in Niederösterreich schließt die Top 10 mit 630 Millionen Euro Umsatz und etwa 2.500 Mitarbeitern ab. Das 1926 gegründete Familienunternehmen konzentriert sich bewusst auf den österreichischen Markt mit 18 Standorten und nur zwei grenznahen Betriebsstätten in Tschechien. Die Kernkompetenzen liegen im Hoch- und Tiefbau sowie im wachsenden Bereich Energie und Telekommunikation. Der jüngste Fokus auf Holzbau positioniert das Unternehmen für den erwarteten Aufschwung im nachhaltigen Wohnbau. Jobsuchende finden in Niederösterreich einen stabilen Arbeitgeber mit kurzen Wegen und familiärer Atmosphäre.
Branchentrends und Marktentwicklung
Digitalisierung und vernetzte Baustellen
Building Information Modeling (BIM) und digitale Bauprozesse verändern die Arbeitsweise aller großen österreichischen Baukonzerne grundlegend. Strabag und Porr investieren zweistellige Millionenbeträge in digitale Plattformen, die Planung, Bauausführung und Dokumentation vernetzen. Der Effekt zeigt sich in reduzierten Bauzeiten und geringeren Nachträgen bei komplexen Infrastrukturprojekten. Kleine und mittlere Unternehmen ziehen bei der Digitalisierung jedoch nur langsam nach, was die Marktkonzentration weiter verstärken dürfte.
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor
Klimaneutralität ist vom freiwilligen Ziel zum verbindlichen Wettbewerbskriterium geworden. Strabag hat sich zur CO2-Neutralität bis 2040 verpflichtet, Wienerberger entwickelt recyclingfähige Ziegel und Porr betreibt das erste Gips-Recyclingwerk Österreichs. Auftraggeber, besonders die öffentliche Hand, fordern zunehmend ÖGNI- oder DGNB-Zertifizierungen. Unternehmen, die hier nicht liefern, verlieren den Zugang zu großen Ausschreibungen.
Fachkräftemangel und neue Arbeitsmodelle
Trotz hoher Mitarbeiterzahlen kämpft die gesamte Branche mit Fachkräftemangel. Die Top-Unternehmen reagieren mit intensivierter Lehrlingsausbildung, flexibleren Arbeitszeitmodellen und gezielter Anwerbung im Ausland. Leyrer + Graf investiert stark in den Bau-Nachwuchs und gewann 2025 den Staatsmeistertitel im Betonbau mit eigenen Talenten. Der Wettbewerb um Bauingenieure und Spezialisten wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen.
Verschiebung vom Wohnbau zur Infrastruktur
Der Einbruch im Wohnbau infolge der KIM-Verordnung und gestiegener Zinsen zwingt viele Unternehmen zur strategischen Neuausrichtung. Großprojekte im Tunnelbau (Semmering, Brenner), im Energiebereich (Elektrolyseanlagen, Windparks) und im Verkehrswegebau füllen die Auftragsbücher. Diese Verschiebung begünstigt große Generalunternehmer wie Strabag und Porr, die über die notwendige Expertise und Bilanzstärke für Milliardenprojekte verfügen.
Auswahlkriterien: So bewerten Sie Bauunternehmen
Bei der Bewertung eines Bauunternehmens in Österreich zählen mehr als nur Umsatzzahlen. Strabag und Porr überzeugen bei Großprojekten, während Habau und Bodner mit regionaler Verankerung punkten. Jobsuchende sollten auf Mitarbeiterfluktuation und Weiterbildungsinvestitionen achten: Habau und Bodner bieten niedrige Fluktuation und langfristige Personalentwicklung, während Großkonzerne wie Strabag internationale Aufstiegschancen ermöglichen.
Für B2B-Einkäufer ist der Auftragsbestand die entscheidende Kennzahl. Ein prall gefülltes Auftragsbuch signalisiert Marktvertrauen, birgt aber das Risiko von Kapazitätsengpässen. Ein Blick in die Geschäftsberichte von Strabag und Porr offenbart detaillierte Auftragsreichweiten nach Segmenten und Regionen. Ergänzend sollte die Bonität über Wirtschaftsauskunfteien geprüft werden, besonders bei mittelständischen Partnern.
Vertriebsprofis gewinnen wertvolle Einblicke aus der Spezialisierung. Wienerberger dominiert den Baustoffmarkt, Wolf ist im Agrarbau nahezu konkurrenzlos. Diese Nischen bieten oft höhere Margen und stabilere Kundenbeziehungen als der volumengetriebene Hochbau. Die regionale Präsenz ist ein weiteres Schlüsselkriterium: Leyrer + Graf mit 18 österreichischen Standorten kann Bauvorhaben in Niederösterreich und Wien schneller und kostengünstiger abwickeln als ein Konzern, der Personal und Gerät über weite Distanzen verlegen muss.
Welches Unternehmen passt zu Ihnen?
Jobsuchende im Bauingenieurwesen finden bei Strabag und Porr breit gefächerte Einstiegs- und Entwicklungsprogramme mit internationalen Stationen. Beide Konzerne bieten zudem attraktive Gehaltsstrukturen und betriebliche Zusatzleistungen, die kleinere Firmen selten stemmen können. Wer hingegen Wert auf flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege und regionale Verwurzelung legt, sollte sich Habau, Bodner oder Leyrer + Graf genauer ansehen. Diese familiengeführten Mittelständler ermöglichen früh Verantwortung und bieten oft eine höhere Arbeitsplatzsicherheit als die börsennotierten Konkurrenten.
B2B-Einkäufer mit Infrastruktur-Großprojekten kommen an Strabag kaum vorbei, denn der Konzern deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab und hält die notwendigen Bilanzsummen für Milliardenaufträge bereit. Für spezialisierte Gewerke lohnt der Blick auf Wienerberger oder Wolf. Regionale Bauvorhaben in Tirol oder Niederösterreich werden von Platzhirschen wie Bodner oder Leyrer + Graf mit kurzen Wegen und lokaler Marktkenntnis effizienter umgesetzt als von einem Wiener Konzern.
Marktforscher und Analysten nutzen die Geschäftsberichte der börsennotierten Unternehmen Strabag, Porr und Wienerberger als Primärquellen, ergänzt durch öffentliche Branchenrankings. Für den Mittelstand liefern Bonitätsauskünfte und das Firmenbuch belastbare Finanzkennzahlen. Vertriebsprofis im B2B-Segment identifizieren über die Tochterstrukturen der großen Konzerne oft unerwartete Ansprechpartner: Swietelsky unterhält über 100 Tochtergesellschaften, jede mit eigenem Einkauf und spezifischen Bedarfen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Bauunternehmen gibt es in Österreich?
Im Bauwesen waren 2023 exakt 42.177 Unternehmen tätig, die zusammen rund 359.000 Menschen beschäftigten. Diese Zahl umfasst alle Größenklassen, vom Ein-Personen-Unternehmen bis zum multinationalen Konzern. Der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb liegt bei etwa 1,71 Millionen Euro, was die starke Präsenz von Klein- und Mittelbetrieben unterstreicht.
Welches ist das größte Bauunternehmen in Österreich?
Die Strabag SE mit Sitz in Wien ist mit einem Nettoumsatz von 19,24 Milliarden Euro und rund 86.000 Mitarbeitern das mit Abstand größte Bauunternehmen Österreichs. Auch im europäischen Vergleich zählt der Konzern zu den Top 10. Die Porr AG folgt auf Platz zwei mit 6,75 Milliarden Euro Umsatz.
Wo haben die meisten Bauunternehmen ihren Sitz?
Wien ist der dominierende Standort für die großen börsennotierten Konzerne: Strabag, Porr und Wienerberger haben hier ihre Zentralen. Oberösterreich beherbergt mit Swietelsky, Habau und Wolf drei der Top 10. Weitere wichtige Standorte sind Graz, Klagenfurt, Kufstein und Gmünd.
Wie wähle ich das richtige Bauunternehmen für mein Projekt aus?
Orientieren Sie sich an drei Kriterien: Projektreferenzen in vergleichbarer Größenordnung, regionale Präsenz und Spezialisierung. Für infrastrukturelle Großprojekte eignen sich Strabag und Porr mit ihrer Bilanzstärke. Regionale Bauvorhaben werden von Platzhirschen wie Bodner in Tirol oder Leyrer + Graf in Niederösterreich effizienter umgesetzt. Prüfen Sie zudem Bonität und Auftragsbestand.
Welche österreichischen Bauunternehmen sind international tätig?
Die Mehrheit der Top 10 agiert international. Strabag und Porr sind in zahlreichen europäischen Ländern aktiv, Wienerberger ist Weltmarktführer für Ziegel mit Standorten in Nordamerika. Swietelsky und Wolf operieren in jeweils 19 Ländern, WIG Wietersdorfer betreibt 49 Produktionsstätten in 22 Ländern. Lediglich Leyrer + Graf konzentriert sich fast ausschließlich auf den österreichischen Markt.
Welche Trends prägen die österreichische Bauwirtschaft?
Vier Trends dominieren: Digitalisierung, Nachhaltigkeit mit verbindlichen CO2-Zielen bis 2040, akuter Fachkräftemangel sowie die Verschiebung vom kriselnden Wohnbau hin zu Infrastruktur- und Energieprojekten. Große Player investieren gleichzeitig massiv in Recycling-Technologien und neue Baustoffe, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen.
Methodik
Dieses Ranking der größten Bauunternehmen in Österreich basiert auf öffentlich zugänglichen Datenquellen. Primär dienten die aktuellen Jahresabschlüsse und Geschäftsberichte der Unternehmen sowie öffentliche Branchenrankings und Marktforschungsdaten als Grundlage. Ergänzend flossen Daten aus dem Firmenbuch, Bonitätsauskünften und der WKO Geschäftsstelle Bau ein.
Die Auswahl der Unternehmen erfolgte nach Nettoumsatz im Bauwesen, wobei nur Firmen berücksichtigt wurden, die zu 100 Prozent in der Bauindustrie oder Baustoffproduktion tätig sind. Die genannten Zahlen beziehen sich auf die Geschäftsjahre 2023 und 2024. Das Ranking erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da vor allem kleinere Unternehmen ihre Finanzdaten nicht vollständig offenlegen.
