Die Top 10.000 Industrieunternehmen in Deutschland sind das Rückgrat der europäischen Industrieproduktion. Sie decken das gesamte produzierende Gewerbe ab: Maschinenbau, Automobilindustrie, Chemie- un

Inhalt dieser Seite
- Wichtige Fakten
- Die Unternehmenslandschaft der Top 10.000 Industrieunternehmen in Deutschland im Überblick
- Vergleichstabelle der führenden Industrieunternehmen
- Top-Empfehlungen nach Kategorie
- Die Top-10 Unternehmen im Detail
- Branchentrends und Marktentwicklung
- Auswahlkriterien: So bewerten Sie Industrieunternehmen
- Welches Unternehmen passt zu Ihnen?
- Häufig gestellte Fragen
- Methodik
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Kostenloses Muster anfordernWichtige Fakten
- Die 10.000 wichtigsten Industrieunternehmen in Deutschland erwirtschaften zusammen einen Jahresumsatz von 3,8 Billionen Euro und beschäftigen weltweit rund 11,4 Millionen Menschen.
- Nordrhein-Westfalen ist mit 2.379 Unternehmen das führende Bundesland, gefolgt von Baden-Württemberg (1.975) und Bayern (1.934).
- Hamburg führt das Städteranking mit 262 Industrieunternehmen an – noch vor Berlin (159) und München (157).
- 66 Prozent der Top-10.000-Unternehmen sind Familienunternehmen, rund ein Drittel befindet sich in ausländischem Besitz.
- Der Maschinenbau dominiert mit 920 Unternehmen die Branchenverteilung, gefolgt von Automobilzulieferern (605) und der Elektrotechnik (550).
- 13,4 Prozent der gelisteten Firmen wurden als Weltmarktführer identifiziert, 15,5 Prozent sind in Trend- und Wachstumsmärkten aktiv.
- Das ifo Institut meldet: 26,5 Prozent der Industrieunternehmen erwarten für 2026 schlechtere Geschäfte – das höchste Negativniveau seit drei Jahren.
Die Unternehmenslandschaft der Top 10.000 Industrieunternehmen in Deutschland im Überblick
Die Top 10.000 Industrieunternehmen in Deutschland sind das Rückgrat der europäischen Industrieproduktion. Sie decken das gesamte produzierende Gewerbe ab: Maschinenbau, Automobilindustrie, Chemie- und Pharmabranche. Auch Bergbau, Energie- und Wasserversorgung zählen zu den erfassten Sektoren.
Deutschland profitiert von einer einzigartigen Mischung aus globalen Konzernen und hochspezialisierten Mittelständlern. 434 der 10.000 Betriebe erzielen mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz. Ein weiteres Drittel liegt zwischen 35 und 100 Millionen Euro. Die übrigen Unternehmen verteilen sich auf das Segment darunter, was die enorme Bandbreite dieser Gruppe verdeutlicht.
Drei Bundesländer dominieren die geografische Verteilung. Nordrhein-Westfalen führt mit 2.379 Firmensitzen, Baden-Württemberg kommt auf 1.975 und Bayern auf 1.934. Bei den Städten überrascht Hamburg mit 262 Industriebetrieben auf Platz eins. Die Automobilkonzerne Volkswagen, BMW Group und Mercedes-Benz stellen die umsatzstärksten Einzelunternehmen. Der Maschinenbau zählt mit 920 Betrieben die meisten Firmen. Insgesamt repräsentieren diese Gesellschaften eine Exportstärke, die Deutschland zur drittgrößten Industrienation nach China und den USA macht.
Vergleichstabelle der führenden Industrieunternehmen
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zehn höchstplatzierten Unternehmen nach dem DWR-Scoringindex. Dieser Index bewertet insgesamt 39 Faktoren – darunter Umsatz, Mitarbeiterzahl, Patentstärke, Forschungsaufwendungen und Marktführerschaften.
| Unternehmen | Branche | Firmensitz | Rechtsform |
|---|---|---|---|
| Volkswagen AG | Automobil | Wolfsburg | AG |
| BMW GROUP | Automobil | München | AG |
| Mercedes-Benz AG | Automobil | Stuttgart | AG |
| Robert Bosch GmbH | Technologie | Gerlingen | GmbH |
| E.ON SE | Energie | Essen | SE |
| Siemens AG | Elektrotechnik | München | AG |
| Audi AG | Automobil | Ingolstadt | AG |
| BASF SE | Chemie | Ludwigshafen | SE |
| Daimler Truck Holding AG | Nutzfahrzeuge | Leinfelden-Echterdingen | AG |
| TRATON SE | Nutzfahrzeuge | München | SE |
Volkswagen, BMW Group, Mercedes-Benz und Audi belegen vier der zehn Spitzenplätze. Dazu kommen zwei Nutzfahrzeughersteller, sodass die Mobilitätsindustrie insgesamt sechs Plätze stellt. Siemens als Elektrotechnikkonzern, BASF als weltgrößter Chemiekonzern, E.ON als Energieinfrastrukturbetreiber und die Robert Bosch GmbH als Technologieunternehmen runden das Feld ab. Auffällig: Mit München (BMW Group, Siemens, TRATON) und Stuttgart (Mercedes-Benz, Bosch nahe gelegen) konzentrieren sich die führenden Adressen stark auf den Süden Deutschlands.
Top-Empfehlungen nach Kategorie
- Höchster DWR-Scoringindex: Volkswagen AG. Der Wolfsburger Konzern erreicht mit 105.429 Punkten den mit Abstand höchsten Indexwert im gesamten Ranking.
- Größte Branchenpräsenz: Maschinenbau. Mit 920 Betrieben ist der Maschinenbau die dominierende Branche und das Fundament der deutschen Industriekompetenz.
- Hidden Champion unter den Städten: Hamburg. Die Hansestadt beherbergt 262 Industrieunternehmen und liegt damit deutlich vor Berlin (159) und München (157).
- Familienunternehmen als Rückgrat: 66 Prozent aller gelisteten Betriebe sind familiengeführt, insgesamt 6.631 Unternehmen. Das zeigt die enorme Bedeutung dieser Gesellschaftsform für die deutsche Industriestruktur.
- International vernetzteste Region: Nordrhein-Westfalen. Mit 2.379 Industriefirmen und einer starken Exportquote ist NRW der größte Industriestandort – zugleich auch Ziel zahlreicher ausländischer Investoren, vor allem aus den USA, der Schweiz und Frankreich.
- Innovationsführer nach Patentstärke: Siemens AG. Der Münchner Konzern rangiert auf Platz sechs des Gesamtindex und zählt bei Patentanmeldungen und Forschungsaufwendungen zu den Spitzenreitern unter den Top 10.000 Industrieunternehmen in Deutschland.
- Stärkster Sektor im Wachstumsmarkt: Pharma, Arzneimittel und Biotech. Mit 292 Unternehmen zwar kleiner als Maschinenbau oder Automotive, jedoch mit überdurchschnittlichen F&E-Ausgaben und hoher Exportquote einer der zukunftsträchtigsten Bereiche.
Die Top-10 Unternehmen im Detail
Volkswagen AG
Der Branchenführer Volkswagen erreicht mit 105.429 Punkten den höchsten DWR-Scoringindex. Der Wolfsburger Konzern ist nicht nur Europas größter Automobilproduzent. Mit Marken wie Audi, Porsche, Škoda und Seat agiert er auch global fest etabliert. Allein die Top 10.000 Industrieunternehmen repräsentieren weltweit 11,4 Millionen Arbeitsplätze, und Volkswagen ist der größte Einzelarbeitgeber unter ihnen. Einkäufer und Zulieferer finden hier einen Auftraggeber mit enormer Hebelwirkung für die gesamte Lieferkette.
BMW GROUP
Der Münchner Premiumhersteller BMW Group rangiert mit 46.321 Indexpunkten auf Platz zwei. Anders als der breit aufgestellte Volkswagen-Konzern fokussiert sich BMW konsequent auf das Premiumsegment mit den Marken BMW, MINI und Rolls-Royce. Das Unternehmen hat die Elektromobilität früh vorangetrieben und produziert an mehreren Standorten ausschließlich elektrische Modelle. Vertriebsprofis im Premium-B2B-Umfeld schätzen die hohe Wertschöpfungstiefe und Innovationskraft, die auch auf Zulieferer abstrahlt.
Mercedes-Benz AG
Mit 45.565 Punkten ist Mercedes-Benz die Nummer drei der deutschen Industrie. Die Stuttgarter Marke, deren Wurzeln bis 1926 reichen, hat sich vom Volumenhersteller zum Luxusanbieter gewandelt. Diese Strategie mit Fokus auf hochmargige Fahrzeuge unterscheidet sie deutlich von ihren Wettbewerbern. Die Ausgliederung der Nutzfahrzeugsparte in die Daimler Truck Holding erlaubt eine schärfere Marktpositionierung. Für Marktforscher bietet diese Konzernstruktur ein spannendes Analyseobjekt der Industriestrukturveränderung.
Robert Bosch GmbH
Der Spezialist für Mobilitätslösungen, Industrietechnik und Gebäudetechnik nimmt mit 29.736 Punkten Rang vier ein. Bosch ist als GmbH nicht börsennotiert und ein Musterbeispiel für die Kraft des deutschen Mittelstandsmodells. Seine Stiftungskonstruktion sichert langfristige Unabhängigkeit von Kapitalmarktzwängen. B2B-Entscheider finden hier einen Partner, der in mehreren Industriezweigen aktiv ist, von der Automatisierungstechnik bis zur Medizintechnik.
E.ON SE
Auf Platz fünf folgt mit 24.556 Punkten der Essener Energiekonzern E.ON SE. Als einer der größten europäischen Energieinfrastrukturanbieter betreibt E.ON Netze für rund 50 Millionen Kunden. Anders als die Automotive-Konzerne ist E.ON kein klassischer Sachgüterproduzent, sondern ein Infrastrukturdienstleister. Das verdeutlicht die Bandbreite des Industriebegriffs. Mit der fortschreitenden Energiewende steigt die Bedeutung des Unternehmens. Jobsuchende im Ingenieurwesen finden hier einen Arbeitgeber mitten in der Transformation.
Siemens AG
Der Münchner Siemens-Konzern rangiert mit 24.089 Punkten auf Platz sechs. Als Global Player der Elektrotechnik ist Siemens in über 200 Ländern aktiv. Bei der Digitalisierung industrieller Prozesse zählt das Unternehmen zu den weltweiten Vorreitern. Sein Netzwerk-Management-System SINEC NMS kann industrielle Netze mit mehreren Zehntausend Teilnehmern zentral steuern. Diese Kompetenz macht Siemens zum Schlüsselunternehmen für Industrie 4.0. Marktforscher und Technologieeinkäufer finden hier einen Konzern, der Maßstäbe in Automatisierung, Energieinfrastruktur und Mobilität setzt.
Audi AG
Audi, die Premiummarke im Volkswagen-Konzern, positioniert sich mit 21.561 Punkten auf Rang sieben. Der Firmensitz Ingolstadt unterstreicht die starke bayerische Präsenz unter den Top-10-Unternehmen. In den vergangenen Jahren hat Audi massiv in die Elektrifizierung seiner Modellpalette investiert. Der Hersteller dient konzernintern als Technologietreiber für Elektroantriebe und autonomes Fahren. Für Zulieferer von Hochvoltbatterien und Leistungselektronik ist Audi ein strategischer Schlüsselkunde mit langfristigen Abnahmeverträgen.
BASF SE
Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF SE ist Weltmarktführer und erreicht 20.632 Punkte auf Rang acht. BASF forscht an Enzymen, Batteriematerialien für die Elektromobilität und Leichtbaulösungen für die Automobilindustrie. So verschmelzen Chemie und Fahrzeugbau zunehmend. Das Stammwerk in Ludwigshafen zählt zu den größten Chemiearealen der Welt. Die hohen Energiepreise in Deutschland stellen BASF vor erhebliche Herausforderungen. Diese Situation ist exemplarisch für die gesamte deutsche Industrie.
Daimler Truck Holding AG
Der Nutzfahrzeugspezialist Daimler Truck Holding AG erreicht mit 16.916 Punkten Rang neun. Das 2021 von Mercedes-Benz abgespaltene Unternehmen ist einer der weltweit größten Hersteller von Lastkraftwagen und Bussen. Die Eigenständigkeit erlaubt eine fokussierte Strategie auf emissionsfreie Antriebe für den Schwerlastverkehr. Einkäufer in Transport- und Logistikfirmen finden hier einen Hersteller, der batterieelektrische und wasserstoffbasierte Lösungen parallel anbietet.
TRATON SE
Die TRATON SE aus München vervollständigt mit 14.969 Punkten die Top-10. Unter ihrem Dach vereinen sich die Traditionsmarken Scania, MAN und Navistar. Letztere sichert den Zugang zum US-amerikanischen Nutzfahrzeugmarkt. TRATON verfolgt eine klare Plattformstrategie, um Entwicklungskosten zu senken und Komponenten markenübergreifend einzusetzen. Dieses Modell gilt als Blaupause für industrielle Konsolidierung. Vertriebsprofis sehen in TRATON ein Lehrbeispiel für globale Markenführung im B2B-Umfeld.
Branchentrends und Marktentwicklung
Digitalisierung und Industrie 4.0
Die Vernetzung von Produktionsanlagen verändert das Fertigungsmodell der führenden Unternehmen grundlegend. Siemens investiert massiv in Netzwerk-Management-Systeme, die Zehntausende Geräte zentral steuerbar machen. Im Maschinenbau, der mit 920 Betrieben größten Branche, etablieren sich digitale Zwillinge als Standard für die Qualitätssicherung. Viele Mittelständler kämpfen jedoch mit der Integration alter Maschinenparks in neue IT-Architekturen.
Nachhaltigkeit und Energiewende
Energieintensive Sektoren wie die Chemieindustrie stehen durch CO₂-Bepreisung und hohe Stromkosten massiv unter Transformationsdruck. BASF investiert am Standort Ludwigshafen dreistellige Millionenbeträge in klimaneutrale Produktionsverfahren. Gleichzeitig profitiert E.ON als Netzbetreiber vom Ausbau erneuerbarer Energien. 15,5 Prozent der gelisteten Unternehmen sind in Trend- und Wachstumsmärkten aktiv, viele davon im Bereich Umwelttechnologie und Kreislaufwirtschaft.
Fachkräftemangel und Standortkonkurrenz
Deutschlands Industrie benötigt dringend Fachkräfte, während gleichzeitig 26,5 Prozent der Unternehmen schlechtere Geschäfte für 2026 erwarten. Besonders der Maschinenbau und die Elektrotechnik melden offene Ingenieurstellen, die über Monate unbesetzt bleiben. Infolgedessen automatisieren Betriebe verstärkt, was wiederum Investitionen in Robotik und KI vorantreibt. Jobsuchende mit MINT-Qualifikation finden einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt, denn die Top-Industrieunternehmen bieten insgesamt 11,4 Millionen Arbeitsplätze.
Deindustrialisierungsrisiko und internationale Verflechtung
Die Standortrisiken zeigen sich in der Eigentümerstruktur: 3.334 der 10.000 Firmen haben ausländische Eigner. Investoren aus den USA führen mit 823 Beteiligungen, vor der Schweiz (367) und Frankreich (271). Diese hohe Quote zeigt die Attraktivität deutscher Unternehmen, birgt aber auch das Risiko von Produktions- und Forschungsverlagerungen ins Ausland. Chinesische Investoren halten bereits Anteile an 142 Unternehmen der Liste.
Lieferketten-Resilienz
Pandemie-Erfahrungen und geopolitische Spannungen zwingen Industrieunternehmen zum Umbau ihrer Beschaffungsnetzwerke. Besonders Automobilzulieferer, mit 605 Betrieben eine der großen Gruppen, diversifizieren ihre Lieferantenbasis und setzen verstärkt auf europäische Partner. Diese Neuausrichtung bietet Einkäufern die Chance, langfristige Rahmenverträge mit lokalen Zulieferern abzuschließen und Abhängigkeiten von einzelnen Märkten zu reduzieren.
Auswahlkriterien: So bewerten Sie Industrieunternehmen
Die Bewertung eines Industrieunternehmens verlangt mehr als einen Blick auf den reinen Umsatz. Der DWR-Scoringindex, ein etablierter Branchenindex, berücksichtigt 39 Kennzahlen. Für Jobsuchende, Einkäufer und Vertriebsprofis ergeben sich daraus unterschiedliche Bewertungsschwerpunkte.
Einkäufer sollten besonders die Finanzstabilität und Exportquote prüfen. Die Top 10.000 Industrieunternehmen erzielen zusammen 3,8 Billionen Euro Umsatz. Ein Drittel liegt jedoch unterhalb von 35 Millionen Euro Jahresumsatz und ist damit anfälliger für konjunkturelle Schwankungen. Ein Kunde wie Volkswagen oder Bosch bietet dagegen auch in Krisenzeiten hohe Abnahmesicherheit. Ein weiterer Indikator für Lieferzuverlässigkeit ist die Fertigungsleistung: Betriebe mit mehreren Standorten und diversifizierten Produktionslinien federn Ausfälle besser ab.
Ein Unternehmen, das in der Branchenübersicht als Weltmarktführer geführt wird, signalisiert technologische Exzellenz und eine stabile Marktposition. 13,4 Prozent der gelisteten Firmen tragen dieses Prädikat. Dazu kommen Nachweise über Zertifizierungen nach ISO-Normen, die in den Geschäftsberichten dokumentiert sind.
Jobsuchende sollten Standort und Belegschaftsgröße berücksichtigen. Die größten Konzerne wie die BMW Group in München oder Siemens bieten strukturierte Traineeprogramme und internationale Karrierepfade. Hidden Champions im Mittelstand punkten oft mit schnelleren Aufstiegschancen und flacheren Hierarchien. Die Städte Hamburg (262 Unternehmen), Berlin (159) und München (157) weisen die höchste Unternehmensdichte auf und bieten daher die größte Auswahl an Arbeitgebern.
Ein Warnsignal ist der konjunkturelle Trend. Das ifo Institut meldet, dass 26,5 Prozent aller Industrieunternehmen schlechtere Geschäfte erwarten. Wer bei einem Unternehmen einsteigt, das über mehrere Jahre Umsatzrückgänge verzeichnet, trägt ein erhöhtes Risiko. Die Einsicht in den Bundesanzeiger und die Nutzung von Branchendatenbanken helfen, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Vertriebsprofis sollten die Branche und den Firmensitz kombinieren. Ein Maschinenbauunternehmen in Nordrhein-Westfalen operiert unter anderen Standortbedingungen als ein Textilhersteller in Hamburg. Die 920 Maschinenbaubetriebe verteilen sich auf alle Regionen, die Chemieindustrie konzentriert sich dagegen stark auf wenige Standorte wie Ludwigshafen.
Welches Unternehmen passt zu Ihnen?
Welche Industrieunternehmen zu Ihrer beruflichen oder geschäftlichen Situation passen, hängt von Ihren Anforderungen ab. Wer als Ingenieur oder Techniker einen forschungsstarken Arbeitgeber sucht, findet bei Siemens oder BASF umfangreiche F&E-Abteilungen mit internationalen Projekten. Beide Konzerne investieren jährlich Milliarden in neue Technologien und bieten langfristige Karrierepfade mit Auslandsaufenthalten.
Fachkräfte, die lieber im Mittelstand durchstarten möchten, sollten den Maschinenbau in Baden-Württemberg oder die Automobilzulieferer im Raum Stuttgart in Betracht ziehen. In dieser Region sitzen 605 Zuliefererbetriebe, die häufig familiengeführt sind und schnelle Entscheidungswege bieten. Anders als die Großkonzerne erlauben diese Firmen oft schon Berufseinsteigern die Übernahme von Projektverantwortung.
Einkäufer, die Lieferanten für Komponenten oder Halbzeuge bewerten, profitieren von der Vielfalt der 308 Verpackungsunternehmen und 559 Komponentenhersteller unter den Top-10.000. Ein Zulieferer mit Sitz in Nordrhein-Westfalen nutzt die dichte Infrastruktur des Rheinlands. Bayerische Zulieferer produzieren dagegen oft in der Nähe der großen Automobilkunden in München und Ingolstadt. Vertriebsprofis können die hohe Auslandseigner-Quote von 33 Prozent nutzen, um gezielt Tochtergesellschaften internationaler Konzerne anzusprechen. Diese belassen die Entscheidungskompetenz oft am deutschen Standort.
Häufig gestellte Fragen
Welche sind die größten Industrieunternehmen in Deutschland?
Gemessen am DWR-Scoringindex, der Umsatz, Mitarbeiterzahl, Patentstärke und Marktposition kombiniert, führt Volkswagen AG mit 105.429 Punkten das Ranking an. Auf den Plätzen folgen die BMW Group (46.321 Punkte), Mercedes-Benz AG (45.565 Punkte), Robert Bosch GmbH (29.736 Punkte) und E.ON SE (24.556 Punkte). Die Automobilindustrie dominiert mit sechs der zehn Spitzenplätze.
Wie viele Industrieunternehmen gibt es in Deutschland?
Die in der Branchenübersicht erfassten 10.000 wichtigsten Industrieunternehmen bilden den Kern des produzierenden Gewerbes. Marktforschungsdatenbanken weisen zusätzlich rund 17.000 Industriebetriebe aus. Je nach Abgrenzung zählen Branchenerhebungen rund 47.000 rechtliche Einheiten. Die Top-10.000-Liste konzentriert sich auf die wirtschaftlich bedeutendsten Akteure und repräsentiert 3,8 Billionen Euro Jahresumsatz.
Wo sind die meisten Industrieunternehmen in Deutschland ansässig?
Nordrhein-Westfalen führt mit 2.379 der 10.000 wichtigsten Unternehmen, gefolgt von Baden-Württemberg (1.975) und Bayern (1.934). Auf Stadtebene liegt Hamburg mit 262 Betrieben vorn, vor Berlin (159) und München (157). Diese Verteilung reflektiert historische Industriestrukturen: das Ruhrgebiet, die Automobilregion Stuttgart und die Hafenstadt Hamburg.
Welche Branche hat die meisten Unternehmen im Ranking?
Der Maschinenbau dominiert mit 920 Unternehmen und damit neun Prozent der Gesamtliste. Es folgen Automobilzulieferer (605 Unternehmen), Komponentenhersteller (559) und die Elektrotechnik (550). Diese vier Branchen bilden den industriellen Kern Deutschlands und sind zugleich die exportstärksten Sektoren.
Wie viele Industrieunternehmen sind in ausländischem Besitz?
3.334 der 10.000 Unternehmen haben ausländische Eigner, was einem Anteil von 33 Prozent entspricht. Investoren aus den USA führen mit 823 Beteiligungen, vor der Schweiz (367) und Frankreich (271). Aus China stammen 142 Eigentümer, aus Japan 268. Diese hohe Quote beweist die Attraktivität deutscher Industrieunternehmen für internationales Kapital.
Sind die meisten Industrieunternehmen Familienbetriebe oder Konzerne?
Mit 66 Prozent (6.631 Unternehmen) sind Familienbetriebe die bei weitem häufigste Eigentumsform unter den Top 10.000. Konzerne und deren Töchter machen etwa 25 Prozent (2.511 Unternehmen) aus, Unternehmen in Investorenbesitz rund 7 Prozent. Diese Verteilung belegt die große Bedeutung des Familienunternehmertums für die deutsche Industrie.
Methodik
Dieser Artikel basiert auf dem Ranking der 10.000 wichtigsten Industrieunternehmen in Deutschland nach dem DWR-Scoringindex, einem etablierten Bewertungsmodell. Der Index gewichtet 39 Indikatoren – darunter Umsatz, Mitarbeiterzahl, Forschungsaufwendungen, Patentstärke, Zertifizierungen und Marktführerschaftsstatus. Anders als reine Umsatzrankings liefert diese Methode ein differenzierteres Bild der Unternehmensbedeutung.
Als Datenquellen dienten spezialisierte Wirtschaftsdatenbanken, der Bundesanzeiger sowie Branchenerhebungen des ifo Instituts. Die Wirtschaftsdaten und Standortverteilungen beziehen sich auf den Erhebungszeitraum 2024/2025. Die redaktionelle Bewertung und Einordnung der Unternehmen erfolgte unabhängig und stützt sich auf öffentlich zugängliche Informationen. Für die führenden Top 10.000 Industrieunternehmen in Deutschland wurden dabei börsennotierte Konzerne, nicht gelistete Familienunternehmen und Hidden Champions einbezogen, um die strukturelle Vielfalt des deutschen Industriesektors vollständig abzubilden.





